Gastarbeiter

Ali Mohamud Hassan stammt aus Somalia. Doch bereits einmal war er im Ausland tätig. Insgesamt vier Jahre verbrachte er in Saudi-Arabien. Zwei Jahre davon lernte er Autos zu lackieren und zwei Jahre arbeitete er dann im gleichen Betrieb. Dass es keine offizielle Lehre war, zeigt sich wenn er die Verhältnisse in denen er lebte beschreibt. So habe er das Firmengelände – und es handelte sich um eine kleine Firma – nicht verlassen können, da die Gefahr bestand, dass er von der Polizei aufgegriffen würde. Er besass weder Arbeits- noch Aufenthaltsbewilligung. Nach diesen vier Jahren kehrte er ins zerrüttete Somalia zurück, von wo er jedoch bald gemeinsam mit seiner Frau die Flucht begann, die sie schliesslich in die Schweiz führte. Denn in Somalia werden alle Männer für den internen Konflikt zwangsrekrutiert.

Wendezeit

Eineinhalb Jahre warteten sie in der Schweiz bis sie einen positiven Asylentscheid erhielten. In dieser Zeit konnten Ali Mohamud Hassan und seine Frau Sudi Shute Mohamud sich sieben Monate bei der Sozialunternehmung Wendepunkt beschäftigen und auch weiterbilden. Dieser christliche Verbund will bei sozialer und beruflicher Integration helfen. Neben Recycling und Computer-Kenntnissen war auch das Arbeiten mit Holz Teil der Arbeit, welcher sie nachgingen. An diese wurden sie vom Kanton aus vermittelt. Die restliche Zeit bestand aus warten, warten und warten. Denn auch sie besassen in dieser Zeit keine Arbeitserlaubnis und konnten sich daher gar nicht erst um Arbeit bemühen.

Hilfsarbeiter in einer Schreinerei

Ali Mohamud Hassan fand danach Arbeit bei Beerli Holzwaren. Dort bindet und zählt er vor allem Pakete von Holzwaren die dann ins Ausland verschickt werden. Gerne würde er sich auch weiterbilden, doch dafür fehlen ihm die Ressourcen und die Zeit. Einerseits werden er und seine Frau von den beiden in der Schweiz geborenen Kindern in Anspruch genommen.  Andererseits ist für ihn auch einfach klar, dass er kein Geld beim Kanton beantragen will. Die Hoffnung von Ihnen ist, dass sie einst ihren Kindern eine Ausbildung ermöglichen können.

Arbeiten

Die Frage, was Arbeit für ihn bedeutet ist vielleicht falsch gestellt. Denn für ihn scheint es, dass arbeiten nicht in eine Frage gefasst werden muss, sondern einfach Tatsache ist. So sagt er dann auch kurz und bündig: «Wenn du ein Mann bist, musst du arbeiten».